EDSO · Europäischer Standard · Zertifizierung in sechs Prüfdomänen und vier Reifegraden

Digitale Souveränität nachweisen. Prüfbar. Europäisch.

EDSO ist der europäische Standard für digitale Souveränität — mit prüfbarer Zertifizierung in sechs Prüfdomänen (D1–D6) und vier Reifegraden (L0, L2, L3, L4). Die sechs Prüfdomänen bilden das Souveränitätsprofil eines Anbieters. Die vier Reifegrade definieren die Tiefe der Prüfung und den Grad der belastbaren Nachweisführung.

European Digital Sovereignty Standard · Standardentwicklung und Prüfung strukturell getrennt

Warum EDSO in Vergaben, Audits und Aufsichtskontexten wirkt

Warum EDSO in Vergaben, Audits und Aufsichtskontexten wirkt

NIS2 · DORA · EUCS · AI Act
Regulatorisch anschlussfähig

Domänen und Nachweise sind auf die zentralen EU-Rahmenwerke gemappt.

Prüfbar statt deklarativ
Audit durch unabhängige Prüfstellen

Standardentwicklung und Prüfung strukturell getrennt. Kein Self-Labeling.

Öffentliches Register
Verifizierbar für Auftraggeber

Zertifikate sind maschinenlesbar und über Public Key prüfbar.

Vergabefähig
Einsetzbar als B-Kriterium (MEAT)

Nutzbar als objektives Zuschlagskriterium in europäischen Vergaben.

Drei Pfade

Welche Rolle haben Sie?

EDSO adressiert drei Gruppen mit unterschiedlichen Einstiegspfaden. Wählen Sie Ihre Rolle für die jeweils passenden Schritte.

Anbieter

Cloud-, SaaS- und Plattformanbieter, die digitale Souveränität gegenüber Auftraggebern und Aufsichtsbehörden prüfbar nachweisen wollen.

Zertifizierung für Anbieter

Auftraggeber

Öffentliche Hand und regulierte Branchen, die EDSO als Referenzrahmen in Ausschreibungen und Lieferantenbewertungen verwenden.

EDSO in Vergaben nutzen

Prüfstellen

Auditoren und Beratungshäuser, die als anerkannte Prüfstelle EDSO-Audits durchführen wollen.

Prüfer-Programm

Warum jetzt

Drei Kräfte treffen aufeinander.

Regulatorik
NIS2, DORA und der EU AI Act fordern belastbare Nachweise in der IT-Lieferkette.
Geopolitik
US CLOUD Act und vergleichbare Regelungen machen Drittstaat-Abhängigkeiten zum Unternehmensrisiko.
Markt
Einkäufer fordern nachweisbare europäische Souveränität — ein einheitlicher Standard fehlt bislang.

Konsequenz: Anbieter ohne prüfbaren Nachweis fallen zunehmend aus Vergaben heraus — pauschale Souveränitätsversprechen genügen den neuen regulatorischen und auftraggeberseitigen Anforderungen nicht mehr.

Was EDSO konkret bewertet

Sechs Prüfdomänen. Vier Zertifizierungsstufen.

Die Prüfdomänen definieren, was geprüft wird — sie bilden zusammen das Souveränitätsprofil eines Anbieters. Die Reifegrade definieren, wie tief und verbindlich geprüft wird, und damit die Belastbarkeit des Nachweises.

Sechs Prüfdomänen (D1–D6)

Vier Reifegrade (L0, L2, L3, L4)

L2 — EU-ALIGNED

Mögliches Ergebnis eines externen Audits. Nachweisbare EU-Verortung und Widerstandsfähigkeit, aber mit verbleibenden strukturellen Abhängigkeiten. Einsatz: regulierte Auftraggeber, die eine belastbare Grundlage verlangen.

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L3 — EU-SOVEREIGN

Höheres Ergebnis desselben externen Audits. Fundamentale EU-Souveränität, Schlüsselhoheit, nachweisbare Exit-Strategie, auditierte Lieferkette. Einsatz: KRITIS-nahe Projekte, NIS2-/DORA-pflichtige Funktionen.

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L4 — CRITICAL EU-SOVEREIGN

Höchste Stufe mit verpflichtendem Vor-Ort-Audit. Resilienz, Notfallvorsorge und real getestete Exit-/Recovery-Pfade auf Vorstandsebene. Einsatz: höchste Schutzziele, KRITIS-Steuerung, sicherheitsrelevante Verwaltung.

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Vorstufe · keine Zertifizierung

L0Basisstufe

L0

Strukturierte Selbsteinschätzung der anbietenden Organisation. EU-Rechtssitz, organisatorische Mindesttransparenz, Offenlegung relevanter Konzern- und Lieferkettenbezüge. Einsatz: Markteintritt, Vergaben mit EU-Verortung als Mindestanforderung.

L0 ist eine Selbsteinschätzung — nicht auditiert, nicht extern validiert. Kein Zertifikat, kein Badge. Badges und Zertifikate gibt es ab L2.

Zwischenstatus · kein Reifegrad

L1In Vorbereitung

L1 — Verfahren läuft

L1 kennzeichnet Organisationen, die sich auf ein Audit nach L2 oder L3 vorbereiten oder deren Audit begonnen, aber noch nicht abgeschlossen ist — etwa während Nacharbeiten an Dokumentation, Strukturen und Abhängigkeiten.

L1 ist kein Reifegrad und kein Prüfergebnis: kein Zertifikat, kein Badge, keine Vorwegnahme des Audit-Ausgangs. Mit Abschluss des Audits endet L1 und es gilt das erreichte Ergebnis (L2 oder L3). Wer bereits L3 hält und ein L4-Audit durchläuft, behält währenddessen L3.

Statusmatrix und Regeln zu L1 ansehen

Der Weg zur Zertifizierung

Vier Schritte. Klar definierter Aufwand.

  1. Schritt 01

    Self-Assessment

    Strukturierter Online-Fragebogen als Prüfmodus der Basisstufe L0 — bewertet wird die anbietende Organisation, nicht ein einzelner Dienst.

    Dauer
    ca. 20 Min.
    Kosten
    490 € netto einmalig · alternativ ab 79 €/Monat
  2. Schritt 02

    Ergebnis & Bestätigung im Konto

    Ergebnisprofil, L0-Bestätigung und weitere Nachweisdokumente stehen unmittelbar im Mitgliederkonto zum Download bereit.

    Dauer
    sofort
    Kosten
    inklusive
  3. Schritt 03

    Audit für L2/L3 oder L4 beantragen

    Antrag auf ein externes Zertifizierungsaudit. L2 und L3 sind zwei mögliche Ergebnisse desselben Audits; L4 wird als gesonderte Prüfung auf Anfrage durchgeführt.

    Dauer
    8–16 Wochen (Audit)
    Kosten
    2.900 € netto (L2/L3) · L4 auf Anfrage
  4. Schritt 04

    Zertifikat & Badges im Konto

    Zertifikat und Badges (L2, L3, L4) stehen nach bestandenem Audit direkt im Mitgliederkonto zum Download bereit; die Listung im öffentlichen EDSO-Register erfolgt automatisch.

    Dauer
    sofort
    Kosten
    inklusive

Was Kunden davon haben

Konkreter Nutzen — präzise, prüfbar, einsetzbar.

  • Prüfbarer Nachweis in EU-Vergaben (MEAT-fähiges B-Kriterium).
  • Reduktion regulatorischer Auditlast durch anerkannten Referenzrahmen.
  • Listung im öffentlichen EDSO-Register — Sichtbarkeit für Auftraggeber.
  • Maschinenlesbares Zertifikat, kryptografisch verifizierbar.
  • SBOM-, HYOK- und Exit-Leitlinien als unmittelbare Beiprodukte.
  • Klarer Entwicklungspfad von L0 zu L4 — Stufen statt Pauschalurteile.

Das ist EDSO

  • Bewertungsrahmen für digitale Abhängigkeiten
  • Transparenzinstrument für Vergaben
  • Governance-Instrument für C-Level

Das ist EDSO nicht

  • Politisches Signalinstrument
  • IT-Sicherheitszertifizierung (z. B. ISO 27001)
  • Beratungsframework

Wettbewerbsvorteil · Nachweis statt Behauptung

Digitale Souveränität sichtbar machen — im Wettbewerb, in Ausschreibungen, in der Akquise.

Käufer, Vergabestellen und Aufsichtsbehörden verlangen prüfbare Belege für digitale Souveränität. Mit EDSO erhalten Sie Dokumente und Marken, die Sie in Angeboten, Vertriebsunterlagen und regulatorischen Nachweisen unmittelbar einsetzen können.

Dokumente im Mitgliederkonto

EDSO · L0

L0-Bestätigung (Selbsteinschätzung)

Ergebnisprofil und Nachweis der strukturierten Selbsteinschätzung. Keine Zertifizierung.

Selbsteinschätzung
Zertifikat L2, L3 oder L4

Badges für Website, Angebote und Ausschreibungen

EDSO L2 EU-ALIGNED BadgeEDSO L3 EU-SOVEREIGN BadgeEDSO L4 CRITICAL EU-SOVEREIGN Badge

Badges für L2 EU-ALIGNED, L3 EU-SOVEREIGN und L4 CRITICAL EU-SOVEREIGN. Zur Verwendung auf Websites, in Pitchdecks, Angeboten und Ausschreibungsunterlagen.

Was Sie damit gewinnen

  • In öffentlichen Ausschreibungen sichtbar bewertbar

    EDSO lässt sich als objektives Zuschlagskriterium (MEAT) in europäischen Vergaben verwenden. Ihr Nachweis wird prüfbar bewertet — nicht behauptet.

  • Vorsprung in Akquise und Vertrieb

    Zertifikat und Badge belegen digitale Souveränität gegenüber Einkauf, IT und Compliance ohne zusätzliche Erklärungsrunden. Verkürzt Vertriebszyklen bei sicherheits- und regulierungssensiblen Kunden.

  • Differenzierung im europäischen Wettbewerb

    Anbieter ohne prüfbare Souveränitätsnachweise werden zunehmend aus regulierten Vergaben ausgeschlossen. Mit EDSO positionieren Sie sich sichtbar gegenüber nicht-europäischen und nicht-geprüften Wettbewerbern.

  • Aufwandsreduktion in Audits und Reviews

    Der EDSO-Nachweis wird zunehmend als Referenzrahmen in NIS2-, DORA- und Lieferantenprüfungen anerkannt. Aussagen zu Datenhoheit, Lieferkette und Exit-Fähigkeit müssen nicht in jedem Prüfverfahren neu belegt werden.

Häufige Fragen

Was Entscheider zuerst wissen wollen.

Wie unterscheidet sich EDSO vom European Sovereign Stack Standard (ES³)?
ES³ wurde von Schwarz Digits herausgegeben — also einem Cloud-Anbieter, der selbst im bewerteten Markt steht. EDSO ist als unabhängige Organisation konzipiert, mit Multi-Stakeholder-Beirat aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand. Inhaltlich orientieren sich beide am EU Cloud Sovereignty Framework und nutzen ein vierstufiges Reifegradmodell mit Minimum-Prinzip; EDSO bewertet in sechs managementtauglichen Prüfdomänen (D1–D6) statt neun Dimensionen, legt die vollständige Methodik öffentlich offen und schließt keine Anbieter — auch keine Hyperscaler — per Definition aus, sondern macht Unterschiede sichtbar. ES³ ist damit ein möglicher Zertifizierungskandidat unter EDSO, ebenso wie SecNumCloud, BSI C5 oder DigiD.
Wie unterscheidet sich EDSO von ISO 27001, BSI C5 oder EUCS?
ISO 27001, C5 und EUCS adressieren IT-Sicherheit. EDSO adressiert digitale Souveränität — also Datenhoheit, Lieferkette, Rechtsraum und Exit-Fähigkeit. Beides ist komplementär.
Wie lange dauert eine Zertifizierung?
Self-Assessment in ca. 20 Minuten. Vom Antrag bis zum ausgestellten Zertifikat typischerweise 3–6 Monate, abhängig von Reifegrad und Scoping.
Wer führt die Prüfung durch?
Akkreditierte, von der Trägerschaft strukturell unabhängige Prüfstellen. Standardentwicklung und Prüfung sind organisatorisch getrennt.
Was passiert, wenn ein Reifegrad nicht erreicht wird?
Sie erhalten einen detaillierten Befund mit Lücken und konkreten Maßnahmen. Eine Re-Zertifizierung ist ohne neuerlichen vollen Audit-Aufwand möglich.
Was kostet eine Zertifizierung?
L0 (Basisstufe / Self-Assessment / Registeraufnahme) kostet 490 EUR netto einmalig, 790 EUR netto jährlich oder 79 EUR netto monatlich und ist keine Zertifizierung. Das externe Zertifizierungsaudit mit Ergebnis L2 (EU-ALIGNED) oder L3 (EU-SOVEREIGN) wird gemeinsam bepreist (2.900 EUR netto Prüfgebühr, 3.900 EUR netto jährlich, 390 EUR netto monatlich) — L2 und L3 sind zwei mögliche Ergebnisse desselben Audits. Der Zwischenstatus L1 während Vorbereitung und laufendem Audit wird nicht separat bepreist. L4 (CRITICAL EU-SOVEREIGN) wird gesondert und individuell bepreist. Audits werden ausschließlich durch akkreditierte Prüfstellen durchgeführt.
Wie lange ist ein EDSO-Zertifikat gültig?
Ein EDSO-Zertifikat ist zwölf Monate gültig; danach erfolgt eine verkürzte Re-Zertifizierung. Bei strukturellen Änderungen — etwa Eigentümerwechsel, Verlagerung von Hosting-Standorten oder neuen Subunternehmern — besteht eine sofortige Meldepflicht, damit das ausgewiesene Level jederzeit belastbar bleibt.
Gibt es K.-o.-Kriterien, die eine Zertifizierung ausschließen?
Ja. In D1 (Juristische Verortung) führen ein fehlender EU/EWR-Rechtssitz, eine intransparente Eigentümerstruktur oder ein nachweisbarer Drittstaat-Kontrollzugriff zur Ablehnung. In D5 (Resilienz und Exit-Fähigkeit) begrenzt eine fehlende oder nicht dokumentierte Exit-Strategie das erreichbare Level — unabhängig vom Ergebnis in anderen Domänen. Diese Kriterien sind nicht durch hohe Werte an anderer Stelle kompensierbar.
Welche Reifegrade gibt es — und wann ist welcher relevant?
L0 ist die strukturierte Selbsteinschätzung der anbietenden Organisation und ausdrücklich keine Zertifizierung. L1 ist kein eigener Reifegrad, sondern der Zwischenstatus einer Organisation, die sich auf ein Audit vorbereitet oder sich in einem laufenden Auditverfahren befindet; er endet mit Abschluss des Audits und begründet weder Zertifikat noch Badge. L2 EU-ALIGNED und L3 EU-SOVEREIGN sind zwei mögliche Ergebnisse desselben externen EDSO-Audits (remote oder vor Ort) durch eine akkreditierte Prüfstelle: L2 belegt eine belastbare Aufstellung mit offen benannten Restrisiken, L3 die belastbare EU-Souveränität. L4 CRITICAL EU-SOVEREIGN ist die höchste Stufe und wird als eigenständiges Audit mit zwingender Vor-Ort-Prüfung und real getesteten Exit-Szenarien durchgeführt. L2, L3 und L4 werden ausschließlich durch akkreditierte Prüfstellen ausgestellt.
Strebt EDSO eine offizielle Normierung an?
Ja. EDSO ist als privatwirtschaftlicher Standard gestartet, mit dem Entwicklungspfad zur DIN-SPEC als Vorstufe zu einer offiziellen Norm. Der Einreichungsprozess ist für 2026/2027 vorgesehen. Spezifikation und Methodik werden öffentlich gepflegt, damit sie institutionell anschlussfähig bleiben.
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